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Powerrentnerin bringt Schwung nach Brieselang

„Rockmusik für Senioren“
Ingrid Ettelt-Gelke
Telefon:03 32 32/3 55 64

Gute Töne

Stand: August 2018

Ein Film ohne Musik? Das macht wohl kaum Spaß. Eine musikbegeisterte Brieselangerin hat sich nun ausgedacht, sangesfreudige Senioren mit einem besonders musikorientierten Film zu begeistern.

Das macht Ingrid Ettelt-Gelke im Rahmen vom „9. Europäischen Filmfestival der Generationen 2018“. Dort möchte sie mit dem britischen Spielfilm „Young@Heart“ Mut zu „Rockmusik für Senioren“ machen.

Rockende Senioren
In dem Film geht es um Sänger aus dem Altersheim, die Rockgrößen von James Brown über Bruce Springsteen und David Bowie bis zur glamourösen Gloria Gaynor zu Gehör bringen. Genau dies hat sich die langjährige Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit in der Gemeinde Brieselang exklusiv für Mitglieder vom Chor der Volkssolidarität und dem vom Nachwuchsmangel bedrohten Männerchor ausgedacht.
Da spielt bei der 67-jährigen Powerrentnerin, die als Mitglied der Gemeindevertretung und im Seniorenbeirat an vielen Stellen wichtige Weichen für Brieselang mitstellt, die eigene Liebe zum Chorgesang mit. So brilliert sie als jüngstes Mitglied vom „Jugendchor Berlin Mitte“.

Mit 67 im Jugendchor
Dieser „Jugendchor” mit der Stimmkraft von sangesfreudigen Senioren hat ein beacht­liches Repertoire vom Romantiker Richard Wagner bis zu zeitgenössischer Musik. Mit ihm haben die Sänger ihre eigene Jugend wiederaufleben lassen: „Das war ursprünglich der Chor der ‚EOS Max Planck’ in Berlin-Mitte, wo ich Abitur gemacht habe. Wir hatten damals einen jungen, sehr beliebten Chorleiter. Es kam die Idee auf, zu dessen 70. Geburtstag ein Ständchen zu erbringen. Das fand einen derart tollen Anklang, dass wir beschlossen, unterm alten Namen weiterhin aufzu­treten“, erklärt Ingrid Ettelt-Gelke den schon fast film­reifen Hintergrund.

Lustige Witwen
Das „Europäische Filmfestival der Generationen”, wo Brieselang erstmals mitmacht, wird vom Landkreis getragen. „Es stehen 33 Titel zur Auswahl, wo jeder teilnehmende Ort zwei auswählen kann. Der Vorteil ist, dass der Landkreis die Gema-Kosten trägt. Ein weiterer dritter Film kann zur reduzierten Gema-Gebühr von 200 Euro gezeigt werden“, erklärt Ingrid Ettelt-Gelke den Hintergrund. Die Aufführungen finden in der Zeit vom 18. bis 28. Oktober 2018 statt.
Da Sport in der Gemeinde ebenso eine verbindende Rolle spielt wie Musik, nimmt sich der zweite Festivalstreifen diesem Metier an. Dazu kommt „Sein letztes Rennen“ mit Dieter Hallervorden zur Aufführung. Als Bonus würde Ingrid Ettelt-Gelke gerne den vielfach ausgezeichneten Streifen „Die Herbstzeitlosen“ vorführen. „Das ist ein Schweizer Film. Es geht darum, wie vier Witwen nach dem Tod ihrer Männer das Leben neu für sich ent­decken“, macht sie neugierig.

Kino im Gemeindezentrum
„Wir planen, im neuen Gemeindezentrum vorführen zu können. Es soll ja im September bezugsbereit sein. Ansonsten steht uns der Gemeindesaal im Rathaus zur Verfügung.“
Ingrid Ettelt-Gelke wurde vom Seniorenbeirat für die örtliche Betreuung des Filmfestivals vorgeschlagen. Dabei kann sie an ihre Anfänge anknüpfen: „Ich habe in Leipzig Journalismus studiert. Dabei war ich regelmäßiger Besucher der Filmfestivals.“ Sie heiratete im zarten Alter von 19 Jahren. „Mit 20 Jahren kam das erste Kind, mit 24 ließen wir uns scheiden“, schildert sie ihre „typische DDR-Biografie“.

Am Tag, als Diana starb
Nach Brieselang kam Ingrid Ettelt-Gelke „am Tag als Prinzessin Diana starb“, also am 31. August 1997. Sie fand eine Anstellung in der Gemeindeverwaltung, war dort für Öffentlichkeits­arbeit, zuletzt für Bürgermeister Wilhelm Garn, zuständig. Doch der Gedanke, vom Amtssessel in die Rente zu wechseln, wurde ihr zunehmend suspekt.
„Ich unterschrieb einen Aufhebungsvertrag, wollte nochmals etwas anderes machen. Mich reizte die Arbeit in einem Museum.“ Als Sozialdemokratin heuerte sie bei der Friedrich-Ebert-Stiftung an, als eine der wohl ältesten Praktikantinnen. „Da wurde mir gesagt, dass ich die angestrebte Tätigkeit nur nach einer Zusatz­ausbildung zur Sicherheitsfachkraft machen kann.“

Mit Englisch in die Rente
Diese ermöglichte ihr tatsächlich das Arbeitsamt. „Ich merkte schnell, dass viele der Besucher englisch sprachen, ich aber nur russisch konnte.“ Also kam es zu einer Sprachschulung, erst für Anfänger, dann für Fortgeschrittene. Aber der Erfolg kam etwas zu spät. Statt in den neuen Beruf ging es in den Un-Ruhestand. Doch gerade als Festivalleiterin ist es sicher hilfreich, gut in der Sprache, in der die meisten Spielfilme entstehen, zuhause zu sein. Damit machen die „Europäischen Filmfest­spiele“ in Brieselang ihrem Namen also mehrfach Ehre!