Willkommen in Brieselang
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Ein junger Brieselanger ist auf dem Weg zum Rennfahrer.

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Rennfahrer
Colin Handro
Telefon:01 62/1 32 99 93
E-Mail:jeanne.handro@gmail.com

Wunderkinder des Sports

Stand: Juli 2019

Der Schreck an der Waage steht vielen von uns jeden Morgen ins Gesicht geschrieben. Ein Brieselanger Gymnasiast hat das gleiche Problem, nur anders herum. Er muss mit Gewichten nachlegen, um an den Start zu dürfen!

Colin Handro ist gerade mal 14 Jahre alt und gehört dennoch schon zu den erfahrenen Piloten im Motorrennsport.
Man trifft ihn auf dem Lausitzring, auf der Rennstrecke in Oschersleben und bei vielen anderen Rennen.

Rennstall in Familienhand
„Teilnahmebedingung mit dem Kart ist, ein Gesamtgewicht mit Fahrer und Fahrzeug von 150 Kilogramm auf die Waage zu bringen. Da Colin nur 56 Kilogramm wiegt, müssen wir das Fahrzeug künstlich beschweren“, erklärt Vater Oliver Handro, der als gelernter Schlosser jetzt für die Technik seines Sohns zuständig ist. Mutter Jeanne Handro ist in dem „Familien-Rennstall“ hingegen fürs Management und die Gewinnung von Sponsoren verantwortlich.

Oma ist schuld!
Dass Colin Handro den Traum von der Rennfahrer-Karriere mit sich herumträgt, ist Oma Gerlinde Giersch zu verdanken. Nachdem ihr Enkel per Zufall im Rahmen eines Kindergeburtstags sich vom Duft von Reifen und Öl anstecken ließ, brachte sie ihn regel­mäßig zum Spreewaldring in Waldow. Diese Kartbahn liegt nicht weit vom Ferienparadies Tropical Islands. In Waldow wurde man auf den Elfjährigen aufmerksam und riet, sein Talent in einem Verein weiter zu entwickeln.

Schnelle Erfolge
„Für uns am nächsten war ‚Rok Kart Racing’ in Spandau, die auf der Bahn am Juliusturm trainierten. Colin wurde nach einer Sichtung und Probezeit mit Handkuss aufgenommen. Leider verlor der Verein sein Gelände, so dass wir jetzt bei der PRS auf der Kartbahn in Reinickendorf üben. Dort wird Colin von Stefan Jeske und Volker Welbers trainiert“, fasst Jeanne Handro zusammen. „Nach ersten Erfolgen ging es bald darum, dass wir einen eigenen Kart benötigen“, so Vater Oliver Handro. Für eine Familie mit zwei Kindern, die das Eigenheim in Brieselang abbezahlt, ist eine derartige Investition nicht aus der Jackentasche zu finanzieren.

Kuchen fürs Autorennen
„Wir mussten dafür etwas sparen, haben es aber nun geschafft.“ Um dies und die Anmeldegebühren bei den Rennen wenigstens teilweise gegenzufinanzieren, ließen sich die 40-jährige Brieselangerin und ihr ein Jahr älterer Ehemann eine „süße Idee“ einfallen: „Wir bekamen bei Selgros die Erlaubnis, uns zwei Tage mit einem Kuchenbasar aufzustellen. Dafür lief bei uns die Küche heiß, doch es war ein voller Erfolg. Alle 50 Kuchen wurden verkauft“, strahlt die Rennfamilie. Dafür fährt Brieselangs Rennfahrer-Hoffnung von Erfolg zu Erfolg.

Bester Neueinsteiger
„Ich wurde 2018 bester Neueinsteiger in meinem Verein. Ich war vierter beim Kart-Slalom“, freut sich Colin Handro. Bei den Landesmeisterschaften Berlin-Brandenburg schnitt er mit einem sechsten Platz sehr gut ab. Noch besser lief es bei den ADAC-Meisterschaften, wo der Brieselanger, ebenfalls im Kart-Slalom, auf Platz fünf kam. Im Ringen um den Winterpokal seines Vereins rutschte er noch einen Platz höher. 2019 soll es jetzt mit dem eigenen Kart weiter nach oben gehen. Dafür startet der Brieselanger für den „ADAC Rundstrecken Einsteiger Cup“, der unter anderem in Oschersleben ausgetragen wird.

Erfolgreiche Tochter
Hier gibt es für die Familie viel an Fahrstrecke zu organisieren, zumal Tochter Lina Handro mit gerade mal zwölf Jahren ebenfalls auf dem Weg zur Sportkarriere ist. Sie ist begeisterte Fußballerin und hat es in den Förder­kader ihres Alter in Berlin geschafft.
„Da es in Brieselang keine Mädchenmannschaften gibt, spielt sie in Spandau“, lassen die stolzen Eltern erkennen, wie ihre Freizeit immer knapper wird.

Lausitzring und Stars
Neben den Karts, die mit einem sechseinhalb PS-Motor bis zu 70 Stundenkilometer schnell sein können, hat Colin Handro mittlerweile Erfahrung mit Rennbuggys, die mit 150 PS ausgestattet sind. Dies geschah, weil der Stuntspezialist Ronny Wechselberger, der sich „C’Rock“ nennt, auf ihn aufmerksam geworden war. Er hatte einen Guinness-Buch-Rekord für seitliches Einparken in die kleinste Lücke gewonnen. 2017 war er Sieger eines „DMV GTC-Rennen“.
„Es war ein unglaubliches Erlebnis, zwei Tage mit Rennfahrergrößen zu verbringen. Dieses tolle Gefühl hatte ich später in Oschersleben ebenfalls“, strahlt Colin, der schnelle Brieselanger.

Tourenwagen statt Formel 1
Sein Ziel: „Formelsport interessiert mich weniger, das finde ich eher langweilig. Ich möchte stattdessen Tourenwagen-Rennen fahren.“
Allerdings, dem Üben mit „echten Autos“ stehen noch finanzielle Hürden entgegen: „Er dürfte als Lizenzfahrer schon in einem entsprechenden Pkw fahren, dazu ist kein Führerschein nötig. Allerdings bewegen sich die Kosten jährlich in fünfstelliger Höhe, das schaffen wir ohne Förderung nicht“, bedauern die Eltern. Tochter Lina hingegen setzt ihrer erhofften Fußball-Karriere keine Grenzen: „Ich möchte soweit kommen, wie es irgendwie geht!“