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Ergotherapeutin mit Faible für Neurographik: Mit „Himmlischem Segen“ zur heißen Liebe

0170/8066604 0170-8066604 01708066604
Künstlerin
Carola Firgau
Telefon:01 70/8 06 66 04
Website:www.firgau-artundweise.de

Gemalte Töne

Stand: August 2020

Als Musikerin muss man ein gutes Gehör haben: Doch nur wenige hören „beim Waldbaden“ förmlich das Gras wachsen und bringen Töne statt vors Publikum lieber auf die Leinwand!

Carola Firgau liebt den Bredower Forst, um sich beim „Waldbaden“ inspirieren zu lassen. Sie hat eine klassische Musikausbildung in Berlin-Weißensee genossen.
Sie ist ein ungewöhnliches Multitalent, spielt Klavier, Konzertgitarre und Flöte. Zudem begleitet sie sich selbst mit Gesang.

Zu fromm fürs Studium
„Ich hätte gerne Musik studiert. Dies wurde mir ebenso verweigert wie ein Kunststudium. Ich war weder bei den Pionieren noch bei der FDJ. Stattdessen waren wir in der Kirche engagiert“, erzählt sie, wie ihr der Glaube den Wunschberuf vermasselte.
Dabei hatte sie ihr Onkel Matthias Klemm schon früh für Kunst begeistert. Der Leipziger war in der DDR als ein regimekritischer Maler bekannt und ist heute als renommierter Künstler gefragt.
„Wir werden jetzt zusammen eines seiner Wandbilder in Schmöckwitz restaurieren“, verweist die Neu-Brieselangerin auf die fortbestehende familiäre Verbindung.

„Himmlische“ Liebe
Zum Ausgleich fürs verweigerte Studium kam das Glück mit Hilfe von oben: „Damals gab es Partnerschaften zwischen Kirchengemeinden in Ost und West. Dazu gehörten gegenseitige Besuche, was in der DDR geduldet wurde“, klärt sie auf. Dabei wurde wohl mehr als gebetet! 1986 heirateten Carola und Rainer Firgau. „1987 wurde mein Ausreiseantrag genehmigt. Es waren mir dabei keine Steine in den Weg gelegt worden“, beschreibt sie ihren Wechsel in den Westen. Dort fand sie im westfälischen Münster eine neue Heimat.

Vom Krankenhaus auf die Schulbank
Bevor sie sich 2008 den Traum vom Kunststudium in Bochum erfüllte, wirkte sie in diversen Kliniken als Ergotherapeutin. „Ich hatte immer gemalt und bereits ein eigenes Atelier. Mit dem Studium wollte ich mir zusätzliches Hintergrundwissen sowie Techniken aneignen“, begründet sie den Schritt „auf die Schulbank“.
Jetzt verbindet sie auf der Leinwand ihre Erfahrung mit Musik und als Therapeutin. Sie visualisiert Melodien. Oft reduziert sie ihre Bilder, bis sie plötzlich an medizinische EKG-Kurven erinnern. Als nächstes beschäftigte sie sich mit den Tönen des Alltags. So hat sie den Klang von Regen oder das Rauschen der Felder ebenso in Bilder umgesetzt wie den Lärm unserer Städte.

Wohlfühlbilder
Als sie sich um einen Auftrag bewarb, kam sie auf ganz neue Ideen: „Dabei ging es um die Ausstattung von Büroräumen mit großflächigen Bildern. Ich überlegte mir, wie Kunst im Raum wirkt. Beispielsweise soll ein Bild im Konferenzraum ja eher eine beruhigende Ausstrahlung haben, während sich die Leute dort die Köpfe heiß reden.“
Aus dem Auftrag wurde nichts, doch entstand hier eine neue Themenreihe: „Meine Bilder sollen Lebensfreude verbreiten, zu Fröhlichkeit und Wohlfühlen anregen“, zeigt sie auf, dass ihr der therapeutische Ansatz nicht verloren gegangen ist.

Zuhause in der WG
Die 55-jährige Künstlerin mit der hohen Sensibilität für Töne und Farben liebt im eigenen Leben ebenfalls das Ungewöhnliche. So lebt sie mit zwei Freunden, einem Kind und einem Hund im Reihenmittelhaus in Brieselang. „Jeder hat ein Zimmer für sich“, gibt sie Einblick. Damit sind bei ihr Malatelier, Bett und Arbeitsplatz mit Computer in einem Raum. Das hat Auswirkungen auf die Kunst: „Ölbilder kommen dadurch nicht in Frage, das ginge wegen des starken Geruchs nicht!“ Darüber ist sie aber gar nicht traurig, denn sie hat ihre eigene Technik entwickelt. „Ich arbeite mit Stift, Tusche und Lack“, verblüfft sie. Das würde man den großformatigen Bildern auf den ersten Blick nicht ansehen!

Linien zur Selbstfindung
Die Künstlerin, die immer auf der Suche nach Neuem ist, hat schon wieder etwas entdeckt: die Neurographik.
„Diese Technik stammt aus Russland und ist in Deutschland weitgehend unbekannt. Dabei geht es darum, dass vom Prinzip her jeder malen kann. So erarbeiten Laien unter Verwendung von wenigen geometrischen Figuren wie Dreieck, Kreis, Viereck oder der neurographischen Linie großformatige Bilder, in denen sie sich selbst erkennen. Zugleich kommt es zu dem Aha-Erlebnis, dass man sich künstlerisch ausdrücken kann. Damit ergibt sich eine Verbindung von Kunst und Coaching, also Weg­begleitung“, schildert sie.

Sinn für Kinder
Dass sie kein Kind von Traurigkeit ist, zeigt ihre Vielfalt. So macht sie gerne Illustrationen und hat sogar ein Kartenspiel gestaltet. „Das ist dann Kunst, die sich jeder leisten kann“, lädt sie ein. Das Talent hat sie übrigens an ihre beiden Söhne weitergeben können. Jan Firgau, 27, kreiert Lichtdesign während sein drei Jahre älterer Bruder Lucas Firgau als „Medien­gestalter für Bild und Ton“ für Film und Fernsehen tätig ist. Zudem ist er als Fotograf aktiv.
Die Leidenschaft für Kinder, die so ganz ungehemmt ans Malen und Zeichnen gehen, hat sich Carola Firgau bewahrt: So fährt sie regelmäßig nach Bernau in die „Kita Murmeltiere“, um durch Kunst Lebensfreude und Entwicklungsperspektiven zu vermitteln. Ob das nicht für Brieselangs Kitas ebenso interessant wäre?

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