Willkommen in Brieselang
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Platz für Kinder gesucht: Jugend erfordert neue Entwicklungen

Bürgermeister
Ralf Heimann

Brieselang blüht weiter auf

Stand: Juli 2021

Eine Gemeinde in Bewegung: Fast könnte man meinen, dass Bauarbeiter zum neuen Wappenmotiv von Brieselang werden. Jedenfalls erlebt die Gemeinde sichtbar einen Zuwachs von Bürgern, die es hierher ins Grüne zieht.

Vielfach sind es Familien mit Kindern. Das ist natürlich grundsätzlich erfreulich, wäre da nicht das Problem mit der Infrastruktur. So ist Brieselang nicht mehr in der Lage, den gesetzlichen Anspruch auf einen Kita-Platz zu erfüllen. „Es fehlen momentan 100 Plätze“, liest Ralf Heimann als Bürgermeister aus den Zahlen.

Drängende Bauvorhaben
Die Idee eines Behelfsbaus als „schnelle Übergangskita“ in der Schillerstraße lehnten die Gemeindevertreter ab. Es wird nun über eine feste Kita dort diskutiert. Also heißt es jetzt, warten bis das mehrheitlich beschlossene Gebäude in der Daimlerstraße realisiert wird. „Es wird 100 Plätze beinhalten. Dazu wäre ein Anbau für nochmal 50 Kinder möglich“, informiert der Bürgermeister. Der Neubau für die Gesamtschule ist ebenfalls im Werden. Dafür läuft eine europaweite Ausschreibung. „Ich schätze, dass wir 2023 zum ersten Spatenstich kommen. Ob dann die beschlossenen 19 Millionen Euro noch realistisch sind?“, meint der Bürgermeister stirnrunzelnd. „Hier kommt ja noch dazu, dass nach dem neuesten Urteil des Bundesverfassungsgerichts Klimaneutralität angestrebt werden muss. Dies ist wohl kaum ohne Mehrkosten erreichbar.“
Immerhin gibt es, was die Horterweiterungen der Robinson- und Zeebra-Grundschule angeht, sichtbare Fortschritte. Dort wird jeweils eine zusätzliche Etage angesetzt.

Wohin mit dem Sport?
Die Schulentwicklung sorgt im Ort für weitere Bewegung. So wird dafür ein Teil des Sportplatz-Areals benötigt. „Das Fußballfeld bleibt aber bestehen“, tröstet Ralf Heimann.
Als Ausgleich soll der SV Grün-Weiß Brieselang ein neues Gelände bekommen.
Dafür wünschen sich die Gemeindevertreter eine Fläche in Zeestow unterhalb der Autobahn. Dies wiederum sieht der Bürgermeister als schwer zu realisieren. „Das Areal müsste vom privaten Eigentümer erworben werden. Es gibt keinen Hinweis, dass dieser verkaufen möchte. Außerdem wären der Flächennutzungs- und Bebauungsplan anzupassen. Das benötigt viel Zeit, im Schnitt sind das in Deutschland oft zehn Jahre.“

Tafelhaus im Blick
Nicht ganz so problematisch wird die Einbeziehung des bisherigen Tafelhauses, das ans Schulgelände angrenzt. „Es gehört der Gemeinde“, so der Bürgermeister. „Dafür würde dann ein Ersatzbau geschaffen werden.“ Denn, obwohl man es nicht denken würde, selbst im „reichen“ Brieselang gibt es immer mehr Bewohner mit finanziellen Problemen.
„Wir hatten bisher zehn Familien, die regelmäßig versorgt wurden. Mittlerweile sind es schon dreimal so viel“, erklärt „Managerin“ Kathrin Ernst.
Übrigens gehört zum inzwischen 20-köpfigen Team an Helfern Bürgermeister-Ehefrau Conny Heimann.

Feuerwehr mit Sorgen
Nur halb glücklich ist Feuerwehr-Chef Marco Robitzsch. Zwar freut er sich, dass in Bredow für die Floriansjünger um Dennis Kapitzke ein neues Gerätehaus entsteht.
„Die bemühen sich sehr, weitere Kameraden zu finden. Sie haben eine Tür-zu-Tür-Werbeaktion gemacht und immerhin zwei Interessenten gefunden. Das wäre schon eine Verstärkung von zehn Prozent“, lobt er.
In Brieselang hingegen gibt es Raumnot, denn dort grenzt die Feuerwehr an die Schule an, die ja durch den Neubau keine Fläche abgeben kann.
„Einzige Lösung wäre, den Bauhof zu verlegen“, erklärt Ralf Heimann. „Dafür wäre eine Fläche am Ortsausgang zu Bredow unterhalb der Autobahn geeignet.“

Dorfteich mit Wassermangel
Während Bredow sich also bald über das neue Feuerwehr-Gebäude freuen kann, ist der idyllische Dorfteich zum „Sorgenkind“ geworden. Er verliert im Sommer so massiv an Wasser, dass die Floriansjünger ihn schon mehrmals auffüllen mussten.
„Hier haben wir ein Gutachten in Auftrag gegeben, um Lösungsmöglichkeiten zu finden“, tröstet der Bürgermeister.
Schön für die Bredower Bewohner: Der Landkreis hat signalisiert, ihren Radweg weiter nach Brieselang führen zu wollen.

Neues Wohnen in Zeestow
Heimann freut sich, dass im alten Dorfkern von Zeestow in die Reste des früheren Guts neues Leben einkehren soll. Die Bewohner hatten sich bei einer Bürgerversammlung von Vertretern des Investors „Terraplan“ überzeugen lassen, dass hier 100 Wohnungen entstehen. Außerdem wird es eine Betreuung für Demenzkranke geben.

Engagierte Jugend
Sehr glücklich ist der Bürgermeister über den Erfolg einer Aktion, Jugendliche für Entscheidungen in der Gemeinde zu gewinnen. 38 von ihnen fanden sich für eine Jugend-Gemeindevertreter-Sitzung zusammen. Diskutiert und verworfen wurden zwei Anträge, die sich mit iPads für alle Schüler und mit dreilagigem Toilettenpapier auseinandersetzten.
„Dafür wurde der Wunsch nach Menstruationsboxen und nach Aufhebung der Geschlechtertrennung bei Schultoiletten angenommen“, so der Bürgermeister. Einer der 13 beschlossenen Anträge soll nun in die GVV. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir dem Wunsch nach Sitzbänken am Kanal, um sich zu treffen, relativ schnell nachkommen könnten“, erklärt der Bürgermeister.
„Jedenfalls sollte ein Antrag ausgewählt werden, der sich rasch verwirklichen lässt.“ Schließlich wollen die Jugendlichen ihre politische Durchschlagskraft noch erleben, bevor sie selbst für Nachwuchs sorgen!

Erstellt: 2021