Willkommen in Brieselang
0 30/6 92 02 10 52 ← Zurückgehen

Mit 12 000 Einwohnern steil nach oben

Bürgermeister
Wilhelm Garn

Bauboom mit Hindernissen!

Stand: August 2018

In Brieselang geht es steil nach oben. Das geschieht gleich im mehrfachen Wortsinn.

„Bisher haben wir vorwiegend in der Fläche gebaut. Neuerdings spielt der Hochbau die Hauptrolle“, beschreibt Bürgermeister Wilhelm Garn die neue Entwicklung. Jahrelang stand im Wesentlichen die Befestigung der Straßen im Fokus, die vielfach sandige Holperpisten waren.

Neues Wohngebiet
Jetzt werden Gebäude saniert und neue gebaut: „Wir konnten im Mai 2018 die bereits 12 000. Einwohnerin begrüßen“, gibt der Bürgermeister einen Fingerzeig auf den Grund für die neue Entwicklung. Sehr deutlich wird dies in Zeestow. Dort sind in kürzester Zeit auf einem jahrzehntelang brachliegenden Baufeld neue Eigenheime im Sichtbereich der „Zeebra-Grundschule“ entstanden.
„Das bedeutet, dass wir jetzt die entsprechende Infrastruktur schaffen müssen“, erläutert der Bürgermeister.

Eröffnungsreigen
So bekommt das Alte Rathaus, das gerade zum neuen Bürgerzentrum mit Bibliothek und Gemeindesaal ausgebaut wird und im Herbst 2018 eröffnet werden soll, als „Anbau“ eine neue Kita. „Sie soll um die Jahreswende bezugsfertig sein“, strahlt der Bürgermeister. Momentan allerdings präsentiert sich das Gebäude noch als Bau­stelle. Der neue Hortanbau für die Robinson-Grundschule hingegen ist fertig und strahlt in auffallendem Blau. Er konnte pünktlich vor den Sommerferien 2018 eingeweiht werden. „Hier wird es Platz für insgesamt 72 Kinder geben“, rechnet Wilhelm Garn vor. „Die auffallende Farbgebung erfolgte in Anpassung an das bereits vorhandene Gebäude.”

Abitur im Ort
Auf diesem Gelände hat die Gemeinde aber noch weit mehr vor: Die Hans-Klakow-Oberschule wird zur Gesamtschule aufgewertet. Sie soll eine zweizügige Oberstufe erhalten, damit dort das Abitur abgelegt werden kann. „Wir hoffen, dass dies ab dem Schuljahr 2020/21 möglich sein wird“, wagt Wilhelm Garn den Blick in die Zukunft. Ganz sicher ist er sich nicht. War früher das fehlende Geld eine Hemmschwelle für Investitionen, so sind es heute die Baufirmen.

Schwierige Auftragsvergabe
„Öffentliche Aufträge dieser Größenordnung müssen europaweit ausgeschrieben werden. Doch was macht man, wenn es keine Interessenten dafür gibt?“, nennt Brieselangs Bürgermeister ein Problem, das vielen potenziellen Bauherren zu schaffen macht. „Das trifft uns als Gemeinde gleich mehrfach, weil wir durch den Anstieg an Bauprojekten Fachleute bräuchten, die sie überwachen. Diese finden wir aber ebenfalls nicht.“

Schlüsselfertig als Rettung
Deshalb schwebt Wilhelm Garn als Lösung vor, Firmen zu suchen, die derartige Projekte in Modulbauweise fertigen und schlüsselfertig übergeben: „Dann müssen wir nicht jedes Gewerk einzeln ausschreiben. Vor allem erspart man sich, die einzelnen Auftragsvergaben zu koordinieren und zu kontrollieren, wofür uns ebenfalls die Mitarbeiter in der Verwaltung fehlen. Zudem halbiert sich die Bauzeit“, nennt der Bürgermeister wichtige Vorteile. „Das hat beim Hortanbau gut funktioniert. Deshalb wollen wir die weitere Kita, die gebaut werden soll, ebenfalls auf diese Weise vergeben. Sie soll Ende 2019 fertig werden, ebenso wie die Dreifeldhalle am Fichtesportplatz“, informiert der Bürgermeister weiter.

Straßen weiter im Blick
Dennoch kann der Bürgermeister von den Straßen nicht ganz lassen. Die viel­befahrene Karl Marx Straße ist dafür nur ein Beispiel.
„Bei den Anliegerstraßen hat sich die Stimmung mittlerweile sehr gewandelt. Während es früher oftmals Widerstand wegen der vorgeschriebenen hohen Beteiligung der Grundstückseigentümer gab, werden wir mittlerweile intensiv um Ausbau gebeten“, gibt Wilhelm Garn Einblick in eine weitere neue Entwicklung.

Alte Fehler
Er weiß, dass es dennoch manche Unzufriedenheit über den Ansturm auf die Luch-Gemeinde gibt: „Die Verdichtung durch Grundstücksteilung ist ein Problem. Der Grund sind Weichenstellungen gleich nach der Wende. Damals konnte natürlich niemand die heutige Entwicklung vorhersehen. Um hier gegenzusteuern, müssten jetzt neue Bebauungs­pläne fast über das gesamte Gemeindegebiet erstellt und beschlossen werden.“

Ruhen statt Bolzen
Zu den damaligen Bausünden gehört der Bolzplatz in Brieselang-Süd. „Der wurde von der Gemeinde widerrechtlich angelegt. Wir haben ihn jetzt in einen Park umgewandelt“, erklärt Wilhelm Garn.
Das passt sehr gut in sein Bemühen, an vielen Punkten der Gemeinde Grünoasen mit Ruhebänken zu installieren, schließlich braucht die rasante Entwicklung in der Gemeinde Möglichkeiten sich vom Alltagsstress etwas erholen zu können.