Willkommen in Brieselang
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Tischler aus Brieselang als TV-Star

Tischler
Matthias Wilke
Telefon:01 77/8 11 52 22
Website:www.willi-wood.de
Website:www.kabeleins.de/tv/rosins-restaurants

Willi lässt nichts anbrennen

Stand: Juli 2017

Genuss und Verdruss liegen kaum irgendwo so nah zusammen wie bei Restaurants. Geht dort einfach nichts mehr, dann erfolgt ein wichtiger Teil der Hilfe oft aus Brieselang.

Von hier aus startet „Bauleiter Willi“, um deutschlandweit mit Axt, Säge und Ideen in Not geratenen Gastronomen mit unter die Arme zu greifen.
Mit seiner markanten Erscheinung, dem langen geflochtenen Kinnbart und der abrasierten Haarpracht ist der Brieselanger mittlerweile in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einem ungewöhnlichen Publikumsliebling geworden. Denn als „Bauleiter Willi“ ist Matthias Wilke ein wichtiges Erkennungs­zeichen von „Rosins Restaurants“.

Hohe Einschaltquoten
Dort ist der mittlerweile 47-Jährige im Verbund mit Zwei-Sterne-Koch Frank Rosin in maroden Restaurants, um diese wieder aufzupäppeln. Während sich Rosin um die Speisekarte kümmert, soll „Bauleiter Willi“ das Interieur entsprechend den Ideen einer Innenarchitektin umbauen. „Dazu muss der Wirt freiwillige Helfer organisieren. Eine der Schwierigkeiten neben dem Zeitdruck liegt darin, dass diese logischerweise Laien und keine Handwerker sind. Zudem ist es immer wieder eine Überraschung, ob gar kein Helfer kommt oder es gleich 37 sind, was ebenfalls schon passiert ist. Steht man alleine da ist es genauso fordernd als wenn viel zu viele Leute herumwimmeln“, gibt der Brieselanger einen Blick hinter die Kulissen. Ein Testessen schließt die Aktion dann ab.

Restaurant-Wachküsser
Die Sendung ist, obwohl im privaten Kanal „Kabel Eins“ zu sehen, offenbar sehr beliebt. So soll der Zuschaueranteil zwischen fünf Prozent und zehn Prozent pendeln, was für eine „Doku Soap“ eines kleinen Senders beachtlich ist. Der Erfolg für die Gastronomen liegt, so die Einschätzung von Matthias Wilke, „bei etwa 50 Prozent“. Seit Start der Serie 2009 sind über 60 Betriebe in den Genuss der Fachkunde von Frank Rosin und der vielseitigen Handwerkskunst von Matthias Wilke gekommen.
Dazu gehörten bereits am Anfang das Restaurant „Osseria“ in Berlin-Weißensee oder das „Lindeneck“ in Borgsdorf. In Remscheid wurde von Pizza und Döner auf Currywurst umgeschwenkt.
In Halle wurde aus einem deutschen Restaurant eine griechische „Taverne“. „Bauleiter Willi“ freut sich persönlich über die Rettung des Lokals „Zeppelinschmaus“ in Staaken: „Dort gehe ich jetzt selbst gerne hin oder lasse Familien­feiern ausrichten.“ Ansonsten liebt es der „Restaurant-Restaurierer“, der gerne hinterm heimischen Herd steht, vor allem einfach und deftig: „Mir schmeckt am besten ein saftiges Steak ohne Salat oder Gemüse. Grünzeug hat ja schon die Kuh genügend gegessen, die nun in der Pfanne brutzelt.“ Selbstverständlich lässt der kochende Tischler nichts anbrennen!

„Bau mir was Blödes!“
Der Junge aus Falkensee kam über die Freude am Basteln zum Tischlerhandwerk. Auf die Lehre in Nauen folgte die Ausbildung zum Meister. Er richtete in Omas Haus in Brieselang seine Werkstatt ein. Schon bald machte er durch Freude an fantasievollen Kreationen auf sich aufmerksam: „Ein Freund von mir hatte sich einen Hund zugelegt. Er wollte für ihn keine Behausung von der Stange sondern meinte: ‚Bau mir was Blödes.‘ Auf der Straße stand gerade ein Bauwagen, ich dachte, das wäre mal etwas.“

Kreationen aus Brieselang
Seitdem entstehen in Brieselang Hundehütten als Landrover, als Bauwagen und in diversen anderen Formen, die dank Internet Fans in vielen Ländern haben. Da „Bauleiter Willi“ abenteuerlustig ist, kam er bei Reisen in den USA und in Australien auf „Küchen wie sie früher die Siedler am Planwagen hatten“. Damit stieß er in Europa ebenfalls auf eine Markt­lücke. „2011 wurde ich von einer Produktionsfirma für den Umbau von Räumen engagiert. Die waren von uns so begeistert, dass sie mich anschließend für die Bauleitung bei ‚Rosins Restaurants‘ anwarben. Ich war erst im Hintergrund, seit drei Jahren aber bin ich auf dem Bildschirm zu sehen“, gibt Tischler Wilke weiteren Einblick.

Abenteuer auf vier Rädern
Dass er dadurch öfters mal auf der Straße oder im Baumarkt angesprochen wird, stört ihn nicht. „Ich habe immer ein paar Autogrammkarten dabei.“ Ansonsten hat sich sein Leben allerdings ebenfalls geändert: „Zu normalen Tischleraufträgen komme ich jetzt kaum mehr.“ Schließlich ist er ganz nebenbei „Offroad-Fan“. So tingelt er in der Freizeit mit Ehefrau und der 14-jährigen Tochter Emma Wilke auf kaum ausgefahrenen Wegen mit Vierrad­gefährten durch Europa. „Auf dem Dach ist ein ausklappbares Schlafzelt“, unterstreicht er den Abenteuergeist. Demnächst will er sogar an der „20 Nations Rallye“ teilnehmen. Da soll es mit „Lucy“, einem 50 Jahre alten Landrover-Oldtimer mit einem Kumpel 16 Tage lang 7 500 Kilometer weit durch 20 europäische Länder gehen. Neben der Streckenbewältigung gilt es zusätzlich Spenden für wohltätige Zwecke einzusammeln. Da kann man jetzt schon gespannt sein, was „Bauleiter Willi“ dann alles an Abenteuern zu erzählen weiß. Ob daraus mal eine TV-Sendung wird?